Philippe Jordan

Dirigent

© JF Leclercq

Als Musikdirektor der Pariser Oper seit 2009 und Chefdirigent der Wiener Symphoniker seit der Saison 2014/15 zählt Philippe Jordan zu den etabliertesten und gefragtesten Dirigenten seiner Generation. So wurde er ab 2020 als Musikdirektor der Wiener Staatsoper verpflichtet.

Seine Karriere als Kapellmeister begann am Stadttheater Ulm und an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Von 2001 bis 2004 war er Chefdirigent des Grazer Opernhauses und des Grazer Philharmonischen Orchesters. In dieser Zeit debütierte er an einigen der wichtigsten internationalen Opernhäusern und bei Festivals, wie z.B. der Houston Grand Opera, den Festivals von Aix-en-Provence und Glyndebourne, der Metropolitan Opera New York, dem Royal Opera House Covent Garden, dem Teatro alla Scala, der Bayerischen Staatsoper, den Salzburger Festspielen, der Wiener Staatsoper und dem Festspielhaus Baden-Baden. Von 2006 bis 2010 war Philippe Jordan Erster Gastdirigent an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Im Sommer 2012 debütierte Philippe Jordan bei den Bayreuther Festspielen (Parsifal). Im Frühjahr 2019 kehrte er an die Metropolitan Opera zurück und dirigierte Der Ring des Nibelungen.

Als Konzertdirigent arbeitete Philippe Jordan u. a. mit den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, den Münchner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem RSO Wien, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Philharmonia Orchestra London, dem London Symphony Orchestra, dem Orchestra Dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Chamber Orchestra of Europe, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Gustav Mahler Jugend Orchester, dem NDR Sinfonieorchester Hamburg und dem Salzburger Mozarteumorchester zusammen. In Nordamerika dirigierte er bisher die Symphonieorchester von Seattle, St. Louis, Dallas, Detroit, Chicago, Cleveland, Philadelphia, Washington, Minnesota, Montreal, Los Angeles, New York und San Francisco. In dieser Saison dirigiert er erneut das New York Philharmonic und das LA Philharmonic.

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Mit den Wiener Symphonikern erarbeitete Philippe Jordan u.a. einen kompletten Zyklus der Symphonien Schuberts, die Symphonien und Klavierkonzerte Beethovens, letztere kombiniert mit den Hauptwerken für Orchester von Béla Bartók und begann einen Zyklus mit den großen Messen und Oratorien von Johann Sebastian Bach. In der Saison 2016/17 führte er mit dem Orchester alle Symphonien Ludwig van Beethovens im Musikverein Wien auf. 2017/18 folgte ein weiterer Beethoven-Symphonien-Zyklus im Wiener Konzerthaus, sowie ein dreiteiliges Bruckner-Projekt im Musikverein, bei dem die Siebente, Achte und Neunte Symphonie mit Werken der klassischen Moderne von Kurtág, Ligeti und Scelsi in einen kontrastreichen Dialog gestellt wurden. Im Zentrum seiner Arbeit mit dem Orchester in der Spielzeit 2018/19 stand der Komponist Hector Berlioz. Aufgeführt wurden dabei neben der Symphonie fantastique und La Damnation de Faust auch selten gespielte Kompositionen wie das Requiem, das Melodram Lélio ou Le retour à la vie und der Liederzyklus Les Nuits d’été. Im Fokus der letzten Saison 2019/20, seiner letzten als Chefdirigent der Wiener Symphoniker, steht das Werk Johannes Brahms: Neben dem Ersten Klavierkonzert und dem Violinkonzert dirigieret Jordan dabei auch einen Brahms-Symphonien-Zyklus zum Auftakt der Spielzeit im Musikverein. Zum Beethoven-Jahr steuert Jordan u.a. eine Rekonstruktion der legendären Großen Akademie von 1808 mit Aufführungen in Paris und Wien bei. Außerdem widmet er sich unter dem Titel „Meilensteine“ großen innovativen Werken, die für große Einschnitte in der Musikgeschichte stehen: neben Strawinskis „Sacre“ und einem weiteren Bach-Projekt erklingen dabei zum Saisonende auch Mahlers Zweite und Achte Symphonie.

An der Opéra national de Paris hat er zahlreiche Premieren und Wiederaufnahmen dirigiert, darunter u.a. Premieren von Moses und Aron, La Damnation de Faust, Der Rosenkavalier, Samson et Dalila, Lohengrin, Don Carlos (französische Urfassung), Benvenuto Cellini, Bérénice und Les Troyens und Don Giovanni. In der Saison 2019/20 dirigiert er Neuproduktionen von Borodins Fürst Igor und den Ring des Nibelungen.

Im Sommer 2017 erarbeitete Philippe Jordan in Bayreuth eine Neuproduktion der „Meistersinger“, welche er 2018 und 2019 leitete und auch im Sommer 2020 erneut dirigieren wird.

Von Philippe Jordan liegen die folgenden Einspielungen vor: Carmen (Glyndebourne Festival), Werther (Wiener Staatsoper), Doktor Faust (Opernhaus Zürich) und Salomé (Royal Opera Covent Garden), Tannhäuser (Baden-Baden) und Le Nozze di Figaro (Opéra national de Paris). Seine Aufnahme von Pelléas et Mélisande an der Opéra national de Paris gewann den „CHOC de l’année” Preis für Klassische Musik DVDs. Für das Label Naïve nahm er die kompletten Klavierkonzerte Beethovens mit François-Frédéric Guy als Solisten und dem Orchestre Philharmonique de Radio France sowie Strauss’ Alpensinfonie mit dem Opéra national de Paris Orchestra, die ebenfalls den „CHOC de l’année Classica” erhielt. Auch seine Veröffentlichung von Sacre du Printemps wurde mit dem „CHOC du Monde de la Musique“ geehrt. Auf dem Label Erato veröffentlichte Philippe Jordan mit dem Orchester der Opéra national de Paris kürzlich eine Aufnahme von Verdis Requiem und eine weitere mit symphonischen Auszügen aus Wagners Ring. Im Mai 2015 erschien seine Aufnahme mit dem Orchester der Opéra national de Paris von Ravels Daphnis and Chloé und La Valse. Mit dem Orchester erschienen zudem auf DVD 2016 sein Beethoven-Symphonien-Zyklus sowie 2019 sein Zyklus der sechs Tschaikowski-Symphonien.

Mit den Wiener Symphonikern hat er bislang die folgenden Aufnahmen veröffentlicht: Tschaikowskis 6. Symphonie „Pathétique“ im September 2014, gefolgt von einer Aufnahme mit Schuberts 7. und 8. Symphonie im August 2015. Seit Herbst 2017 erschienen in halb-jährlichen Abständen auf fünf CDs ein von der Kritik hochgelobter Beethoven-Symphonien-Zyklus mit de Orchester. Zum 250. Jubiläums des Geburtsjahrs Beethovens im Jahr 2020 soll der Zyklus vollständig vorliegen. Außerdem erschien im Frühsommer 2019 eine Doppel-CD, die Berlioz‘ Symphonie fantastique mit ihrem zweiten Teil Lélio kombiniert. Für 2020 ist die Veröffentlichung eines Brahms-Symphonien-Zyklus auf zwei Doppel-CDs geplant.

2019/20

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