Berlioz: Symphonie Fantastique & Lélio

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Die fünfsätzige Symphonie fantastique ist die erste im eigentlichen Sinne Erzählkomposition in der Musik. Musikalisch verhandelt wird in der Symphonie fantastique das Trauma eines hypersensitiven Ichs, das mit sich und seiner unerfüllten Liebe nicht weiß wohin. Die einzelnen Phasen dieser zum Teil regressiven Entwicklung des Ichs, das in völligem Selbstverlust endet, hat Berlioz szenisch vorgegeben: (I) „Träume, Leiden“, (II) „Ein Ball“, (III) „Szene auf dem Lande“ (IV) „Der Gang zum Richtplatz“ und (V) „Traum einer Sabbatnacht“. Es ist ein tragisches Wechselspiel von unwirklicher Wirklichkeit und der Wirklichkeit wahnhafter Exzesse. In seiner Lélio-Konzeption bemühte sich Berlioz zunächst einmal um ein Höchstmaß an Literarisierung. Berlioz komponierte gegen das Vereindeutigen von Themen. Lélios „Erfahrung“ ist die der Vielfalt; ihre „Geschichte“ besteht darin, diese Vielfalt und klangliche Farbigkeit als eine Reihe von Erlebnissen zu erhalten. Wenn Berlioz beide Kompositionen, die Symphonie fantastique und Le Retour à la vie, eine Épisode de la vie d’un artiste nannte, dann galt ihm diese „Episode“ als Inbegriff einer „idée musicale romantique“. Das Romantische hielt Berlioz für etwas, das sich aus episodischen Seelenerlebnissen zusammensetzte, getaucht in Moll-Farbtöne. Eine Aufnahme im Goldenen Saal des Musikverein Wien im November 2018 mit den Wiener Symphonikern, Cyrille Dubois, Florian Sempey, Ingrid Marsoner, dem Wiener Singverein und Johannes Prinz unter der Leitung des Chefdirigenten der Wiener Symphoniker, Philippe Jordan.

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